Hospizprojekt der Klasse 3a

Tag 1

Der Auftakt unseres Hospizprojekts in der Klasse stand unter dem Tagesthema „Werden und Vergehen“. Über Einfühlungs-übungen zu "Zairas Himmelsreise" und "Der Metamorphose des Schmetterlings" konnten die Kinder sich bildnerisch, pantomi-misch und musikalisch ausdrücken. Ein Blick in die Vergangenheit mit der Verschriftlichung schöner und trauriger Erlebnisse sowie die Rückschau bisheriger Lebensstationen durch mitgebrachte Bilder rundete den Vormittag ab. Die Klasse arbeitete während des Projekts in selbstgewählten, kleinen Gruppen mit einem festen Trainer/einer festen Trainerin. Im Plenum wurden gemein-schaftliche Dinge erarbeitet und Ergebnisse präsentiert.

 

 

Tag 2

Motto des 2. Projekttages war "Krankheit und Leid". Die Kinder gingen beide Themenbereiche offen, interessiert und mit der nötigen Ernsthaftigkeit an. Körperdarstellungen von Krank-heitsbildern wurden nach der theoretischen Vertiefung pantomi-misch gruppenweise im Plenum vorgeführt. Ein Mediziner ging auf den selbst erarbeiteten Fragenkatalog der Kinder und persönliche Krankheitsschilderungen ausführlich ein. Arztutensilien wurden gezeigt und konnten im Praxistest ausprobiert werden. Im Abschluss reflektierten die Kinder in Gruppen die Frage, was ihnen im Krankheitsfall gut tut und erstellten dazu eine Collage.

 

 

Tag 3

Der 3. Tag unseres Projekts widmete sich den Themen „Sterben und Tod“. Dabei ging es um essenzielle Erfahrungen des Lebensendes und daraus resultierenden Jenseitsvorstellungen der Kinder. Diese wurden in Kleingruppen verbalisiert und in Einzelarbeit durch Illustrationen ausgedrückt. Das Bilderbuch „Hat Opa einen Anzug an?“ ließ verschiedene Gesprächsanlässe zu und der Film „Willis will’s wissen – Wie ist das mit dem Tod?“ klärte in informativer Weise über die Arbeit eines Bestatters auf. Stille Bildimpulse und das Origamifalten eines Kranichs, der als Symbol des Glücks, der Weisheit und Langlebigkeit gilt, unterstrichen zum Abschluss die nachdenkliche, in sich gekehrte Seite, die den beiden Themenbereichen innewohnte.

 

 

Tag 4

Das Motto des 4. Tages lautete "Vom Traurigsein". Nach dem gesungenen Begrüßungsritual wurde die letzte Sequenz des Films vom Vortag gezeigt. Das Gefühl der Endlichkeit, des Abschieds und der Trauer standen dabei im Fokus. Die Kinder konnten im Anschluss ihre inneren "Trauerbilder" mit Fingerfarben zum Ausdruck bringen. Das Wachstum der Bohne wurde symbolisch für die Verwurzelung in der Erde und den Kreislauf des Lebens hervorgehoben. Alle Kinder durften ihre eigenen Bohnentöpfe individuell bemalen und im neuen grünen Klassenzimmer bepflan-zen. Ein Elterninterview, das  im privaten Rahmen stattfand, bereiteten die Kinder zum Abschluss des Tages vor.

 

 

Tag 5

Der letzte Tag des Hospizprojekts war thematisch mit Erfahr-ungen rund um die Bereiche „Trost und Trösten“ verbunden. Anhand eines Bohnenrankenbildes, das die Künstlerin Karin Reetz unserer Klasse zur Verfügung stellte, konnten die Kinder ihre persönlichen Trosterfahrungen äußern und schriftlich fixieren. Während des Schreibens eines Trostbriefes an einen lieben Menschen wurde deutlich, dass die Kinder bereits viele Arten Trost zu spenden und zu empfangen zulassen konnten. Der einstudierte Lastentanz verhalf ihnen, die Schwere der Trauer abzustreifen und sich beschwingt Neuem zuzuwenden. Beim Elternfest durfte jede Gruppe einen Tag in Kurzzusammenfassung präsentieren. Der Film „Willi will’s wissen – Wie ist das mit dem Tod?“ wurde allen in Gänze gezeigt. Zum Abschluss des Projekts war Gelegenheit, alle in der Woche erstellten Arbeiten in Ruhe zu begutachten, bevor das geknüpfte Band vom Beginn des 1. Tages mit dem finalen Aufknüpfen der Bänder und dem symbolischen Verstauen in der Kiste einen feierlichen Abschluss fand. Ein intensives, bereicherndes und berührendes Projekt ging zu Ende.

Anita Harrer, Klassenlehrerin 3a